ELEMENTE DES DENKMALS

Gedicht «Auschwitz» (© Stiftung Denkmal)

Geigenton vom Denkmal

Romeo Franz

Elemente des Denkmal

Informationen aus der Webseite der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Gedicht »Auschwitz«

Die metallene Einfassung der Wasserschale birgt das Gedicht «Auschwitz» des italienischen Rom*nja-Musikers, Komponisten und Hochschullehrers Santino Spinelli. In deutscher und englischer Fassung säumt es den See. Am Rand der Chronologie ist es außerdem in zwei unterschiedlichen Dialekten des Romanes zu lesen:

Eingefallenes Gesicht
erloschene Augen
kalte Lippen
Stille
ein zerrissenes Herz
ohne Atem
ohne Worte
keine Tränen.

Gedicht des italienischen Rom Santino Spinelli

Geigenton

Innerhalb des durch Glaswände und Bepflanzung entstandenen Denkmal-Raumes ist permanent Musik zu hören, ein sich ständig verändernder Geigenton: das Stück «Mare Manuschenge» («Unseren Menschen»), komponiert von Romeo Franz. Romeo Franz hat es für diesen Zweck selbst eingespielt. Der Geigenton folgt einer Moll-Tonleiter, die der traditionellen Musik der Sinti*zze zugrundliegt und auch im modernen Sinti-Jazz und Sinti-Swing charakteristisch ist.

Wasser

Inmitten der Lichtung liegt ein kreisrunder See von etwa zwölf Metern Durchmesser, bestehend aus einer Wanne dunkel beschichteten Stahls. Bei entsprechendem Licht spiegelt er Besucher:innen, Bäume, den Himmel und auch das mächtige Reichstagsgebäude. Es sollte, so die Idee Dani Karavans, der Eindruck entstehen, der See sei unendlich tief.

Dreieckiger Sockel mit Blume

Aus der Mitte des Sees ragt flach ein dreieckiger Sockel aus Granit. Das Dreieck ist laut Karavan ein Zitat der winkelförmigen Häftlingskennzeichnungen in den Lagern. Dieser Sockel senkt sich täglich zur Mittagszeit in die Tiefe und wird kurz darauf mit einer frischen Blume versehen wieder an die Wasseroberfläche gefahren.

Steine mit Ortsnamen

Rings um den See sind in die Rasenfläche grob gebrochene Steinplatten eingelassen, die in ihrer Form an Scherben (Zerstörung, Zersplitterung, Verlust, Verletzung) erinnern. In einen Teil dieser Platten sind die Namen von 69 Orten eingebracht, an denen sich Vernichtungs-, Konzentrations- und Sammelstätten befanden und an denen Erschießungen von Sinti*zze und Rom*nja stattfanden.